Burnout

Wenn alles zuviel wird – Burnout verstehen, erkennen und vermeiden lernen

  1. Burnout aus systemischer Sicht
  2. Burnout am Arbeitsplatz
  3. Burnout-Prävention im Unternehmen
  4. Burnout-Prävention und Hilfe für Gefährdete oder Betroffene
  5. Weitere Angebote zum Thema: Offene Gruppe, Workshops, Vorträge

Burnout beschreibt einen Zustand des „ausgebrannt seins“. Besonders engagierte Menschen, die ihre Verantwortung  und Aufgaben ernst nehmen, sind anfällig für Burnout. Ein hohes Leistungsniveau wird gehalten – bis es einfach zuviel wird. Kommt dann noch Druck von außen dazu, z.B. schlechtes Betriebsklima, Zeitdruck, Kritik, werden die eigenen Bedürfnisse immer weiter verdrängt. Es scheint unmöglich, das Hamsterrad aus Pflichten zu verlassen. Körperliche Warnsignale werden ignoriert – bis es zu ernsthaften Krankheitsbildern und völliger Erschöpfung kommt – Burnout – und dann geht oft nichts mehr.

Damit jemand aus einer Belastungssituation, wie z.B. einem Konflikt, Zeitknappheit oder Leistungsdruck eine Burnout-Erkrankung entwickelt,

  • muss diese Situation über einen längeren Zeitraum andauern und
  • es wirken in der Regel äussere Faktoren (z.B. geringschätzende Atmosphäre am Arbeitsplatz, zunehmende Personaleinsparung bei steigendem Leistungsdruck, anhaltende Nichtbeachtung persönlicher Bedürfnisse innerhalb der Familienstruktur, usw.) und
  • innere Faktoren (z.B. hohes Harmoniebedürfnis,  schlecht „nein“ sagen können, ausgeprägter Perfektionismus, usw.) zusammen.

Da es unter systemischen Gesichtspunkten immer darum geht, die Wechselwirkung äusserer und innerer Faktoren zu betrachten, ergibt sich daraus ein wirkungsvoller Ansatz für Prävention, Beratung und Rehabilitationsbegleitung.

1. Burnout aus systemischer Sicht

Zeichnung Burnout
"Leer" ©WE2013

Aus systemischer Sicht lässt sich Burnout als eine hochengagierte Anpassungsbemühung an die (wahrgenommenen) Erwartungen und „Spielregeln“ beschreiben. Die Gruppe der „Mitspielenden“, z.B. ArbeitskollegInnen, Sportverein oder Familie, wird dabei als soziales System bezeichnet.

Als Mitglied eines sozialen Systems akzeptieren wir die Spielregeln und tragen sie mit, damit das System stabil bleibt, das „Spiel“ weitergespielt werden kann. Normalerweise ist uns dieser Zusammenhang gar nicht bewusst, wir denken nicht darüber nach. Unbewusst haben wir uns jedoch längst eine Art innere Landkarte davon erstellt. Das ist praktisch, denn es erleichtert die Orientierung und ermöglicht das Mitspielen. Wer zum Beispiel während des Fußballspielens ständig über die Regeln nachdenken müsste, käme nie an den Ball und würde das ganze Spiel durcheinander bringen.

Diese innere „Systemlandkarte“, die wir uns unbewusst machen, ist also  – umgangssprachlich ausgedrückt  – eine natürliche Reaktion und erleichtert die täglichen Abläufe und Aufgaben.

2. Burnout am Arbeitsplatz 

Gerade in der Arbeitswelt ist dieser Wirkungszusammenhang gut zu beobachten. Ein gut eingespieltes Arbeitsteam „funktioniert“ gut, da jedes Mitglied weiß, was es zu tun hat. Daraus entstehen Muster, die verinnerlicht werden und eine positive Identifikation mit der Gruppe, dem Unternehmen – allgemein formuliert dem System  – erzeugen. Grundsätzlich ist dies also ein positiver Effekt, solange wir eine Entscheidungsfreiheit wahrnehmen, das Muster zu verlassen oder zu verändern.

Problematisch wird es, wenn die Muster als unveränderbar betrachtet werden, die Verpflichtung gegenüber dem System als unabdingbar darstellt und eigene Grenzen und Bedürfnisse nicht mehr wahrgenommen werden. Dieses eine Muster überdeckt dann alle anderen Verhaltensmuster, die wir sonst zur Verfügung haben, zum Beispiel, um uns um unsere Gesundheit und unser Wohlergehen zu kümmern. Dadurch entsteht eine Art innerer Antreiber, der alles andere weitgehend ausblendet. Typische Gedanken für solche Überlastungssituationen sind zum Beispiel „Wenn ich nicht volle Leistung bringe, fällt das Quartalsergebnis schlechter aus und wir verlieren alle unseren Job.“

3. Burnout-Prävention im Unternehmen

Der Anstieg der diagnostizierten Burnout-Erkrankungen ist besorgniserregend. Immer häufiger verlieren hochqualifizierte und -motivierte Arbeitskräfte ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, sind nervlich am Ende – eben ausgebrannt. Das bedeutet für Unternehmen, neben höheren Fehlzeiten, auch einen erheblichen Verlust an Know-how und Kreativität – und für die Betroffenen natürlich Verlust an Lebensqualität.

Aus systemischer Sicht lassen sich individuelle und soziale Muster identifizieren, die Burnout-Erkrankungen am Arbeitsplatz begünstigen. Systemische Burnout-Prävention bietet Unternehmen und Organisationen hilfreiche Strategien und Werkzeuge, solche Muster zu erkennen, die Mechanismen zu verstehen und alternative,  “gesündere” Verhaltensmuster zu entwicklen – sei es für einzelne „Gefährdete“ oder als Prävention für alle im Team.

Burnout-Präventionstraining, einzeln und in Gruppen
Coaching und Workshops für Fach- und Führungskräfte
Systemische Beratung zu Präventionsstrategien im Unternehmen

Zum Flyer für Unternehmen und andere Organisationen

4. Burnout-Prävention und Hilfe für Gefährdete oder Betroffene

Die oben beschriebene Unfähigkeit, Muster in Frage zu stellen, sich von Ansprüchen zu lösen, sind typische Indikatoren im Vorfeld und im Verlauf von Burnout-Erkrankungen. Das hängt auch damit zusammen, dass wir in belastenden Situationen einen Tunnelblick entwickeln und nur noch ein unlösbares Problem sehen. Die Betroffenen selbst und ihre Familien fühlen sich oft hilflos und suchen professionellen Rat und Hilfestellung. Dabei hat sich systemisches Coaching in vielen Fällen als besonders geeignet erwiesen, um die Balance zwischen Leistungsansprüchen und körperlicher & psychischer Gesundheit zu erhalten bzw. wiederherstellen.

Meiner Erfahrung nach erweist sich gerade Coaching unter einem systemischen Ansatz als besonders geeignet, die inneren Bilder „neu zu sortieren“ bzw. neue zu erzeugen.  Systemisches Coaching kann Anregung und Hilfestellung geben, den „Problemtunnel“ zu verlassen und unter einem neuen, manchmal überraschenden Blickwinkel Lösungsmöglichkeiten zu entdecken.

Viele meiner Coachees haben diese Möglichkeit effektiv genutzt, innere Bilder  – und damit eigene Bedürfnisse – (wieder)entdeckt, die lange verborgen waren, und gelernt, Ihr Leben wieder stärker selbst in die Hand zu nehmen. Gemeinsam haben wir die spezielle Belastungssituation geklärt und eine persönliche Strategie erarbeitet und trainiert, um Burnout zu vermeiden und nachhaltig entgegenzuwirken.

Systemisches Coaching
  zur Burnout-Prävention
  zur Begleitung während der Rekonvaleszenz
  zum beruflichen Wiedereinstieg in Balance und Lebensfreude

Weitere Angebote

Regelmäßig biete ich verschiedene Veranstaltungen zum Thema Burnout und Burnout-Prävention an. Eine Übersicht über aktuelle Angebote finden Sie hier:

Offene Gruppe, Workshops, Vorträge