Systemisch: Wie statt warum

Der Begriff systemisch stammt aus der Systemtheorie und ist mit dem alltagssprachlichen Wort systematisch nur dem Namen nach verwandt. Während der Berfiff systematisch bedeutet, dass etwas in einer bestimmten, festgelgten Art und Weise gemacht wird – eben so, wie es das jeweilige System (im Sinne von Regelwerk) vorgibt – , bezieht sich der Begriff systemisch auf die Beziehungen und Wirkungszusammenhänge , die in einem System bestehen. In der Systemtheorie werden z.B. nach Niklas Luhmann drei Arten von Systemen beschrieben

  1. biologische Systeme (Naturphänomene und Lebewesen allgemein)
  2. psychologische Systeme (der Mensch als Individuum und seine gedanklichen und emotionalen Prozesse)
  3. soziale Systeme (mehrere Menschen, die in einem Beziehungszusammenhang stehen, z.B. Familie, Arbeitsteam, Schulklasse, Freunde, Nachbarn etc.

Wenn wir zum Coach gehen, möchten wir vielleicht in unserem Leben etwas ändern, uns weiterentwickeln. Wir sind eventuell unsicher, unzufrieden oder gar unglücklich. Im systemischen Coaching wird daher immer der Beziehungs- und Wirkungszusammenhang des relevanten Systems betrachtet und wie es das Erleben des Coachees beeinflusst:
In welchem System befindet sich der oder die Coachee (die Person, die zum Coaching kommt)? Welche Regeln, Muster, Mechanismen wirken in diesem System und damit auf die Person ein? Was und wie kann der Coachee für sich etwas ändern?

Systemisches Coaching orientiert sich also an der Frage “Wie kann ich die störende oder belastende Situation für mich verändern?”

Warum es dazu gekommen ist, interessiert nur soweit es hilfreich für die Lösungsfindung ist oder zur künftigen Fehlervermeidung beiträgt. Ein andauerndes Kreisen um die Frage “Wer oder was ist schuld?”wirkt eher blockierend. Die Beschäftigung mit dem Problem belässt meine Aufmerksamkeit bei dem Problem. Die Beschäftigung mit möglichen Lösungen lenkt meine Konzentration und Energie auf die Problemlösung.

Im systemischen Coaching geht es also darum, die Perspektive zu erweitern und so den Lösungsraum zu vergrößern. Denn die Lösung ist meist schon da – nur: solange wir unseren Blick auf das Warum gerichtet halten, sehen wir sie nicht.

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